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Louis Barre Imperial - Bouquet Lager

Historisch inspiriert und modern interpretiert. Durch die sechswöchige Kaltreifung sowie die Mehrfachhopfung mit exquisitem Saphir-Hopfen ist dieses Bouquet Lager einzigartig in Qualität und Geschmack. Ausgewählte Aromahopfen verleihen diesem untergärigen Bier eine unverwechselbare Geschmacksnote.

Produkteigenschaften:

Bierstil: Lagerbier
Brauart: untergärig
Stammwürzegehalt: 12,5%
Alkoholgehalt: 5,4% vol.
Bittereinheiten: 25 EBC

 

Louis Barre Imperial Flasche

Pioniergeist. Innovation. Myhtos.

Louis Barre
Acrylbild Plakat NorddeutscheLloyd Lübbecker Pilsener

Der Myhtos "Louis Barre"

Belieferung des Norddeutschen Lloyd

Louis Barre, in Lübbecke auch „Der lange Louis“ genannt, übernahm im Jahr 1878 im Alter von nur 22 Jahren die Führung der Brauerei. Er war ein Pionier hinsichtlich der Entwicklung und Verbreitung der untergärigen Lagerbiere in Norddeutschland und somit auch ein Wegbereiter für die später einsetzende Verbreitung der Sorte „Pilsener“, welche ebenfalls untergärig gebraut wird.

Als „Lager“ wurden bis zum 19. Jahrhundert untergärige Biere bezeichnet, die bei niedrigen Temperaturen über viele Wochen gelagert wurden. Das Wort „Lager“ ist also abgeleitet aus der Lagerfunktion in den damals üblichen Eiskellern. Diese langen Lagerzeiten ermöglichten die Herstellung von Bieren mit einer außergewöhnlichen Qualität, die darüber hinaus länger haltbar waren. Die zur Herstellung von untergärigen Bieren erforderliche niedrige Temperatur konnte vor Einführung der Kältemaschine nur mit Natureis gewährleistet werden, womit das Brauen dieser Biere auf die kühle Winterzeit beschränkt war.

Der eigentliche Durchbruch der untergärigen Lagerbiere resultierte aus der Erfindung der Kältemaschine durch Karl von Linde im Jahr 1871. Bereits im Jahr 1881 installierte Louis Barre als erster norddeutscher Brauer in der Lübbecker Brauerei eine durch Dampfenergie angetriebene Kältemaschine. Auf Basis dieser innovativen Technologie war Louis Barre in der Lage, ganzjährig exquisites untergäriges Lagerbier herzustellen. Die besondere Qualität und die Haltbarkeit des von Louis Barre entwickelten Lagerbieres dürfte förderliche gewesen sein für den im Jahr 1885 geschlossenen Liefervertrag mit der Reederei Norddeutscher Lloyd in Bremerhaven. Ursächlich für diesen wichtigen Geschäftskontakt war sicherlich auch, dass Louis Barres Ehefrau Charlotte Amalie (genannt „Lolo“) der bekannten Bremer Kaufmannsfamilie Schabbehard entstammte, welche über eine erstklassige Verbindung zum Norddeutschen Lloyd verfügte. Ihr Onkel - der bedeutende Gründerzeit-Baumeister Johann Georg Poppe (1837-1915) - war „Chefberater“ des Norddeutschen Lloyd. Er entwarf nicht nur das „Lloyd-Gebäude“ in Bremen, sondern er schuf - gemeinsam mit dem damaligen Reedereidirektor Johann Georg Lohmann -  auch die berühmten Luxusdampfer der Reederei.

Mit den Dampfern des Norddeutschen Lloyd gelangen die Biere aus Lübbecke in die ganze Welt. Über diesen Weg erhielten zudem die deutschen Auswanderer ihr heimisches Bier unter anderem in New York.

Bereits 1892, zum 50. Jubiläum der Brauerei, stand das Exportgeschäft in Lübbecke in hoher Blüte und sorge für großen Wohlstand. Jährlich wurden über 300.000 mit Wachs versiegelte Flaschen an den Norddeutschen Lloyd geliefert, was für die damalige Zeit eine erhebliche Menge war. Bis zum Jahr 1899, in welchem der erste Lübbecker Bahnhof eingeweiht wurde, wurde das Bier per Kutsche zum nächstgelegenen Bahnhof nach Lemförde transportiert, um dann per Dampfzug zu den Schiffen nach Bremerhaven zu gelangen. Der Ausbrauch des ersten Weltkriegs im Jahr 1914 hatte das Ende der zivilen Schifffahrt zur Folge - mit schwerwiegenden Folgen für die Barre-Brauerei.

Was uns bleibt, ist die Erinnerung an eine glorreiche Epoche und an einen großen Pionier der deutschen Brauwirtschaft, dem wir unter dem Titel „Mythos Louis Barre“ anlässlich unseres 175. Brauereijubiläums eine Sonderausstellung in unserem Brauereimuseum gewidmet haben. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die einzige verbliebene Bierflasche aus der Ära Louis Barre. Dieses ursprünglich für eine Lieferung an den Norddeutschen Lloyd vorgesehene Unikat gilt als älteste gefüllte Bierflasche Deutschlands.

Über 130 Jahre nach der Einführung der kaltgereiften Lagerbiere in Norddeutschland haben wir darüber hinaus zu Ehren von Louis Barre ein Lagerbier nach historischem Rezept kreiert.

Das Produkt „Louis Barre Imperial“ ist ein mit verschiedenen erlesenen Malzsorten eingebrautes und mehrfach gehopftes Lagerbier nach historischem Vorbild. Sein einzigartiges Bouquet verdankt das Bier der exklusiven Hopfensorte „Saphir“ und einer sechswöchigen Kaltreifung im Sinne des Namensgebers. „Louis Barre Imperial“ wird allerhöchsten Ansprüchen an den Biergenuss gerecht und setzt somit die Tradition des vor über 130 Jahren gebrauten „Norddeutsch-Lloyd-Bier“ fort.