Flag EN

Freispruch für Barre

Oberlandesgericht Düsseldorf räumt mit Kartell-Vorwürfen auf

2014 nahm das Bundeskartellamt sechs nationale Großbrauereien in ihren Fokus. Der Grund: Untereinander soll es rechtswidrige Preisabsprachen gegeben haben.

Gegen kleinere Brauereien, wie die unsere, wurde kein Vorwurf erhoben – vorerst! Erst 2013 richtete sich der Blick der Ermittelnden auf die mittelständische Brauwirtschaft in NRW. Ein aus dem Kreis der Großbrauereien stammender Kronzeuge sagte aus, er habe die kleineren Brauereien im Rahmen zweier Arbeitskreissitzungen des NRW-Brauereiverbandes im Juni 2006 und September 2007 über die bevorstehenden Preiserhöhungen seines Hauses informiert. Eine Aussage, die auch unsere Traditionsbrauerei belastete. Bemerkenswert ist, dass bereits damals der Vorwurf dieses Informationsaustausches von allen RepräsentantInnen der kleineren Brauereien mit Nachdruck bestritten wurde. Die Stellungnahmen haben jedoch nicht dazu führen können, die Auffassung des Bundeskartellamts zu ändern. Aufgrund der Faktenlage aus unserer Sicht noch heute unverständlich.

Als Folge standen wir als Unternehmen vor der Entscheidung, uns entweder auf ein kostenträchtiges Gerichtsverfahren einzulassen oder ein vom Bundeskartellamt vorgelegtes Einigungsangebot anzunehmen. Allein wirtschaftliche Aspekte sorgten für die Entscheidung zum sogenannten „Settlement-Gespräch“ mit dem Bundeskartellamt. In diesem Gespräch thematisiert wurden ausschließlich wirtschaftliche Belange, nicht der Vorwurf per se. Problematisch an der final getroffenen Einigung war insbesondere, dass wir uns gezwungen sahen, aus rein rational-wirtschaftlichen Überlegungen heraus gegen unsere Rechtsauffassung zu handeln.

Nun, 8 Jahre später, rollte das Oberlandesgericht in Düsseldorf den Fall neu auf und entschied: Die Privatbrauerei Barre wird vom Verdacht der illegalen Preisabsprachen befreit. Das abschließende Plädoyer mit eindeutigem Freispruch bedeutet für alle mittelständischen Brauereien, die fatalerweise durch bewusste Falschaussage unter Verdacht geraten sind, große Erleichterung.

„Wir sind extrem glücklich über diese positive Wendung. Der Fall hat uns viel Kraft und einen nicht unerheblichen Imageschaden beschert“, so unser Geschäftsführer Christoph Barre. „Wir sind damals bewusst transparent an die Öffentlichkeit getreten und setzen uns jetzt dafür ein, dass die Rehabilitation ebenfalls Ihre berechtigte Aufmerksamkeit bekommt, damit wir uns endlich komplett von dem Vorwurf lossagen können.“

Bildunterschrift: Christoph Barre erfreut über das Urteil des Oberlandesgericht Düsseldorf.